Mit dem Fahrrad über die Øresundbrücke

Pfingsten 2000: Von Hamburg über Fehmarn, Lolland, Falster, Møn, Sjælland, København, Malmö, Trelleborg, Rostock zurück nach Hamburg

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Bis zum Juli 2000 war der Øresund, der Schweden von Dänemark trennt, nur mit Fähren zu queren. Eine Reise nach Schweden war deshalb bis dahin nicht über den reinen Landweg möglich - es sei denn, man fuhr einen großen Umweg durch die ehemalige Sowjetunion. Dieser Zustand wird auch leider für Radreisende weiter anhalten. Die im März 1991 von beiden Ländern beschlossene und seit Anfang 1995 gebaute Brücke über den Øresund, die seit dem 1. Juli 2000 für den Verkehr freigegeben ist und København mit Malmö verbindet, ist nur für motorisierte Fahrzeuge sowie die Bahn passierbar. Ansonsten bleibt die Fährverbindung zwischen Helsingø und Helsingborg. Die Øresundbrücke

Aber über Pfingsten 2000 war alles ganz anders. Bevor das Jahrhundertbauwerk der Blechlawine überlassen werden sollte, haben das Dänische und das Schwedische Rote Kreuz gemeinsam organisiert, daß die Brücke wenigstens einmal von den unmotorisierten Verkehrsteilnehmern passierbar ist. Am Freitag, 9. Juni, ging es los: ein gigantischer Fahrradkorso mit etwa 45.000 Teilnehmern rollte zwischen København und Malmö, freilich über den ganzen Tag verteilt. Am Samstag und Sonntag sollte die Brücke den Fußgängern gehören, am Samstag abend bevölkerten Skater die Brücke. am Pfingstmontag fand ein Halbmarathon mit über 91.000 Teilnehmern statt.
Wir haben unseren Pfingsturlaub um den 9. Juni herum geplant, um mit dem Rad die neue Verbindung zwischen København und Malmö nutzen zu können. Wir fuhren auf Himmelfahrt (1. Juni) los, um über Fehmarn, Lolland, Falster und Møn nach Sjælland und København zu fahren. Wir hatten dann noch zwei volle Tage Zeit, um uns die Stadt anzuschauen. Als Rückweg hatten wir Malmö - Trelleborg - Rostock - Hamburg geplant.

Fehmarnsundbrücke Mønsbro
Der erste Vorgeschmack: die Fehmarnsundbrücke Nach Fehmarn, Lolland und Falster sollte Møn die vierte Insel unserer Tour sein. Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz am Fuße der Mønsbro.
Stevus Klint Blick über København
Die bekannten Kreidefelsen auf Møn haben wir uns nicht angesehen. Bei strömendem Regen haben wir uns den mehr als 1 1/2 km langen Fußmarsch dorthin erspart. Der Ausblick hätte sich wohl nicht gelohnt. Stattdessen haben wir tags darauf auf Sjælland die "Stevus Klint" besucht. Diese Kreidefelsen sind nicht so hoch, dafür aber länger als Møns Klint. Am linken Bildrand sieht man die Kirche, von der bei einem Steinbruch ein gutes Stück mit in die Tiefe gerutscht ist. Vom Runden Turm aus ein Blick über København. Im Hintergrund die Øresundbrücke.
Christiana Fassadenmalerei
In Kopenhagen machten wir einen Abstecher zur Stadt in der Stadt: Christiana, gelegen im Stadtteil Christianshavn. Dieser Eingang zeigt, wie es hinter dem größten Teils durch einen bemalten Bauzaun abgegrenzten Areal aussieht: Bunt wie in den Zeiten der FlowerPower. Auf dem Weg zurück in die City fiel unser Blick auf die Fassade. Die triste graue Wand wurde durch ein Gemälde verziert. Der Arbeiter auf dem Gerüst steht also immer noch dort.
Die Leihfahrräder Im Tunnel
In ganz Københaven stehen Fahrräder, die man sich für einige Kronen Pfand ausleihen kann. Wir wunderten uns, daß wir während unseres zweitägigen Aufenthalts nur zwei oder drei von diesen Rädern gesehen hatten. Jetzt war es uns klar: Die Mitarbeiter des Hauptsponsors der Räder, die Supermarktkette Super Brugsen, hatten die Räder rechtzeitig gebunkert, um damit zusammen mit über 40.000 anderen Radlern die Brückenöffnung zu feiern. Erst der Tunnel, dann die Brücke. Von Københaven aus führt zunächst ein etwa 4 km langer Tunnel auf eine künstliche Insel, von der sich dann die Øresundbrücke über das Wasser nach Malmö spannt.
Saltholmen, die künstliche Insel Kurz vor dem höchsten Punkt
Auf der künstlichen Insel Saltholmen, die neben der Insel Pepparholmen eigens für das Brückenprojekt aufgeschüttet wurde, fand ein kleines Volksfest statt. Jetzt lag das eigentliche Ziel unserer Tour direkt vor uns: die Øresundbrücke. Der Mittelpunkt und höchste Punkt der Brücke wurde von vielen als Picknickplatz genutzt. Inzwischen rasen hier die Autos durch.
Die Bücke von der anderen Seite
In Malmö gab es den reinen Volksauflauf. Wir steuerten zügig aus der Stadt heraus Richtung Trelleborg, von wo wir mit der Nachtfähre nach Rostock fuhren. Der Blick zurück vom Stadtrand aus.

Die rund 16 km lange, rund 5,5 Mrd. DM teure Verbindung besteht aus einem Tunnel, einer künstlichen Insel und einer Brücke: Vom südlich des Kopenhagener Zentrums gelegenen Stadtteil Kastrup aus (direkt am Flughafen) geht's erst einmal über eine 450 m lange künstliche Halbinsel, dann durch den rund 4 km langen Tunnel. Der endet auf der ebenfalls etwa 4 km langen künstlichen Insel Pepparholmen, die man neben der im Øresund liegenden Insel Saltholmen aufgeschüttet hat. Dort beginnt dann die zweistöckige Brücke, unter deren Mittelteil, der rund 65 m hohen eigentlichen Hochbrücke, auch die Fähren nach Oslo hindurch fahren. Die Brücke endet dann im Süden Malmös, wo dann auch die Mautstation liegt wird:

København und Malmö sind verbunden

 

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Weitere Infos

Unsere komplette Tour: Hamburg - Malente/Plöner See - Fehmarn - Lolland - Falster - Møn - Sjælland - København - Malmö - Trelleborg - Rostock - Hamburg

infoschweden.de

 

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© Juli 2000
Peter de Leuw PdL, , letzte Aktualisierung: 30.07.2016

http://www.pdeleuw.de/fahrrad/oeresund00.html - ausgedruckt am 25.09.2016