ADFC FDF-Archiv

ForschungsDienst Fahrrad


FDF 260 - 12.1.1996

Rolf Suhre: Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs auf kleinen Kreisverkehrsplätzen

Am sichersten: Schmalfahrbahn und Mischverkehr

Wichtigstes Ergebnis

Bei kleinen Kreisverkehren sollte die Fahrbahn in einen inneren gepflasterten Ring von 4m Breite und einen äußeren 3,5m schmalen bituminösen Ring aufgeteilt werden und der Radverkehr im Mischverkehr geführt werden. Damit soll die Verdrängung der Gefahren vermieden und eine angepaßte Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge erreicht werden.

Zum Inhalt

Im Rahmen einer Diplom-Arbeit an der Universität Dortmund erarbeitete Rolf Suhre Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs auf kleine Kreisverkehrsplätzen. Dazu wurden 20 Untersuchungen analysiert, Unfallblätter der Polizei von 72 Kleinkreiseln ausgewertet und Verhaltensbeobachtungen durchgeführt.

Ergebnis: Der Vorrang querender Fußgänger in den Ausfahrten eines Kreisels bzw. auf Fußgängerüberwegen auf den Kreiselarmen wird nicht beachtet. Radfahrer vermeiden bei einer Führung im Mischverkehr das Befahren der Kreisfahrbahn und benutzen stattdessen die Gehwege.

Zusammenfassend empfiehlt der Autor, die Kreisfahrbahn in einen inneren gepflasterten Ring von 4m Breite und einen äußeren 3,5m schmalen bituminösen Ring zu untergliedern, damit die Kraftfahrzeugführer möglichst weit außen fahren. Die Beleuchtung soll durch außerhalb der Kreisfahrbahn postierte Laternen und nicht durch Mittelmasten erfolgen. Rad- und Kreisverkehr sollen auf allen Kreiselarmen einheitlich geführt werden. Weiterhin ist eine Bepflanzung der Mittelinsel sinnvoll, damit keine unbehinderte Sichtbeziehung diagonal über den Kreisverkehrsplatz besteht.

Der Radverkehr sollte im Kreisel nicht separiert geführt werden. Falls Radwege an einzelnen Kreiselarmen vorhanden sind, so sollte ein Radweg nicht bereits im Kreisel, sondern erst an der Ausfahrt beginnen. Entsprechend sollten Radwege weit vor dem Kreisverkehrsplatz enden und der Radverkehr durch Radfahrspuren bis an den Kreiselrand geführt werden.

Für Fußgänger werden Verkehrsinseln auf den Kreiselarmen empfohlen, um ein Überqueren der Fahrbahn in Etappen zu ermöglichen. Zusätzlich sollen diese Querungsstellen durch jeweils einen Doppelpeitschenmast auf den Verkehrsinseln ausgeleuchtet werden. Fußgängerampeln sind auf Kreisverkehrsplätzen nicht sinnvoll. Statt dessen werden Fußgängerüberwege, max. 5m vom äußeren Rand der Kreisfahrbahn, empfohlen. Fall dies nicht möglich ist, sollte keine Kennzeichnung des Überweges erfolgen, um den Fußgängern keinen Vorrang vor dem Fahrzeugverkehr zu suggerieren.

Diplomarbeit

"Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs auf kleinen Kreisverkehrsplätzen" von Rolf Suhre. Diplomarbeit Universität Dortmund, Fachbereich Raumplanung, 1993

Kontakt

Universität Dortmund, Fachbereich für Raumplanung, Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung, 44 221 Dortmund, Tel. (0231) 755 22 69


Autoren dieser Ausgabe: Tilman Bracher, Mattias Doffing.
Der Forschungsdienst Fahrrad des ADFC berichtete bis 1999 14-tägig über Verkehrswissenschaft und Fahrradpolitik. Vielen Dank an die Herausgeber Tilman Bracher und Mattias Doffing und an Elmar Steinbach, der die FDFs ins Internet gebracht hat.

Seit Mitte 1999 ist der Forschungsdienst Fahrrad eingestellt. Er wurde durch den Bicycle Research Report ersetzt, der beim ECF (www.ecf.com) abonniert werden kann. werden kann. European Cyclists' Federation ECF - Rue de Londres 15 (b. 3) - B-1050 Brussels - Phone: +32-2-512 98 27 - Fax: +32-2-511 52 24, e-mail: office@ecf.com


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