Noch nie habe ich ein Fahrrad gekauft, das von Anfang an genau meinen Vorstellungen entsprach. Nach kurzer Fahrpraxis kommt regelmäßig ein Wunsch zum anderen, so dass die ersten Umbauten fällig werden. Das Birdy habe ich an mehreren Stellen verändert, wo, das verrate ich hier.
LenkerhörnchenDen geraden Lenker habe ich mit Lenkerhörnchen ausgerüstet (auf dem Foto der Vorseite zu erkennen). Im zusammengefalteten Zustand stehen die Hörnchen aber vom Rad ab. Sie vergrößern daher das Packmaß und stören beim Tragen. Ich habe daher nach einer Lösung gesucht, die Hörnchen einzuklappen. Am einfachsten erschien es mir, den Lenker als Ganzes zu drehen. Ich habe daher die Fixierschraube am Vorbau entfernt und einen handelsüblichen Schnellspanner für Sättel eingesetzt.
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Inzwischen habe ich einen neuen, in der Höhe verstellbaren Vorbau. Dieser hat eine veränderte Lenkerklemmung: Sie ist zweiseitig verschraubt und hat Sacklöcher. Die Sacklöcher haben ein M6-Gewinde. Schnellspanner mit M6-Schraube scheint es nicht zu geben. Also habe ich das vordere Loch mit einem 4 mm-Bohrer durchbohrt und ein M5-Gewinde eingeschnitten. Dann konnte ich den bisherigen Schnellspanner eindrehen (untere Abbildung). Die Klemmung lässt sich leicht justieren, indem man die vordere Schraube verstellt. Der Schnellspanner klemmt den Lenker zuverlässig und sorgt dafür, dass ich die Hörnchen mit einem Handgriff an das zusammengelegte Rad klappen kann. Der Faltvorgang wird dadurch nur um einige Zehntelsekunden verlängert.
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Diebstahlsicherung für den SattelDa ich mein Birdy auch mal lägere Zeit abstellen möchte (daher auch das montierte Schloss), wollte ich den Sattel gegen Diebstahl sichern. Die einfachste Möglichkeit, nämlich den Austausch des Schnellspanners gegen eine Klemmschraube, kommt natürlich bei einem Faltrad nicht in Frage. Stattdessen habe ich einen normalen Schaltzug durch einen Spalt zwischen der Sattelstütze und dem Kloben, der den Sattel festklemmt, eingefädelt. Der Spalt ist so eng, dass der Nippel hängenbleibt. Das Ende des Schaltzuges habe ich an der Schraube, die die Achse für das Gelenk der Hinterradschwinge klemmt, festgeschraubt (Pfeil).
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Vom Riemen zur KetteDer ursprüngliche Riemenantrieb meines Birdy green hat sich als nicht sehr haltbar erwiesen. Inzwischen wird das Birdy green mit Kettenantrieb ausgeliefert. riese und müller bot die Umrüstung an. Die Umrüstung bei riese und müller vornehmen zu lassen, war mir aber eindeutig zu teuer und zu zeitaufwändig. So habe ich mir die notwendigen Ersatzteile aus anderen Quellen eingekauft: Eine Dotek-Tretkurbelgarnitur mit 52 Zähnen und beidseitigen Aluminium-Schutzscheiben, wie sie beipielsweise auch für Liegeräder mit der Sachs-3x7-Gangschaltung verwendet wird (80 DM), ein gebrauchtes Schaltwerk Shimano Exage 300 LX als Kettenspanner (10 DM), ein Tretlager mit 118 mm langer Welle (das bisherige Tretlager war zu breit) (30 DM), ein Ritzel mit 18 Zähnen (5 DM), eine Kette (20 DM). Summe: rund 145 DM, also etwa die Hälfte des von riese und müller verlangten Betrages.
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Der Kettenantrieb |
Ein billiges Schaltwerk als Kettenspanner |
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| Der Kettenfangstift (Foto: riese und müller) | |
Fahrradcomputer am BirdyEin Birdy lässt sich einfach mit einem Sigma-Fahrradcomputer ausrüsten. Der Sensor wird mit einem Gummiring an der Gabel befestigt, so dass es keine Rolle spielt, ob das Gabelrohr eckig oder rund ist. Das Kabel wird innen an der Gabel hochgeführt und mit Isoband (oder besser Gewebeband) über die ganze Länge fixiert (Achtung: Am Gelenk etwas "Luft" lassen!). Anschließend habe ich es um den Bremszug bis zum Lenker gewickelt. Der Halter wird auf dem Lenker ebenfalls mit einem Gummiring befestigt. Als Radumfang habe ich 1370 mm ermittelt (für den Schwalbe Stelvio sollten 1295 richtig sein). Aber auch einen Cateye-Computer habe ich schon an einem Birdy montiert. Die Kunststoffschelle am Sensor ist so weich, dass sie sich auch um das eckige Gabelrohr ziehen lässt. Einige kabellose Tachos sollen am Birdy nicht zuverlässig funktionieren. Es kommt auch darauf an, ob man einen Allround- oder Comfort-Vorbau hat. So wie ich den Tacho am Comfort-Vorbau montiert habe, beträgt der Abstand zwischen Sensor und Tacho ca. 75 cm. Durch etwas modifizierte Montage könnte der Abstand auf rund 65 cm verringert werden. Bei einem "normalen" Rad kommt man mit 45 bis 50 cm Abstand aus. Diese 20 cm könnten entscheidend sein, da die Reichweiten dieser Tachos nicht zu groß sein dürfen. Sonst kommen sich die Tachos von zwei Rädern, die nebeneinander fahren, in die Quere.
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Speichenbrüche?Die Modelle Birdy green und Birdy blue sind mit einer Nabenschaltung ausgerüstet. Der Flanschdurchmesser dieser Naben ist im Vergleich zu denen von Kettenschaltungsnaben recht groß. Dadurch werden die Speichen in einem relativ flachen Winkel in die Nippel an der Felge geführt und demzufolge dort leicht geknickt (Foto rechts: Diese Speiche habe ich aus meinem Birdy ausgebaut). Während die ersten Birdy green-Modelle noch mit zweifach gekreuzten Speichen ausgeliefert wurden, hat man bei späteren Modellen das Problem durch einfach gekreuzte Speichen (136 und 138 mm) entschärft. Trotzdem kommen immer noch Speichenbrüche im Hinterrad vor. Daher sollten Sie unbedingt im Zuge der Erstinspektion das Hinterrad nachzentrieren lassen. Das verringert die Wahrscheinlichkeit von Speichenbrüchen erheblich. In Abständen ist auch die Kontrolle der Speichen ratsam. Gebrochene Speichen sind nicht immer sofort sichtbar, da sie oft innerhalb des Nippels brechen und dort zunächst auch stecken bleiben, ohne dass der Bruch offensichtlich wird. riese und müller haben sich etwas zur Lösung des Speichenproblems einfallen lassen (Auskunft von Juni 1999): Zukünftig werden stärkere Speichen verwendet (2,34 mm, 2 mm am Gewinde). Zusätzlich wird am Speichenkopf eine Unterlegscheibe eingesetzt, da die Nabenflansche der Sachs-Naben relativ dünn sind. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit von Speichenbrüchen am Nabenflansch. Eine weitere Maßnahme ist die Verwendung einer anderen Nippelform. Während herkömmliche Nippel konisch geformt sind (Foto Mitte), kommen bei den Hinterrädern des Birdy zukünftig die "Poly-Ax"-Nippel der belgischen Firma Sapim zum Einsatz (Foto links), die mit einer runden Fläche im Felgenloch liegen. Dadurch kann sich der Nippel besser mit der Speiche ausrichten, so dass es nicht mehr zum Abknicken der Speiche am Gewindeansatz kommt. Außerdem werden seit Oktober 1999 die Hinterräder mit 36-Loch-Felgen (anstatt bisher 24-Loch) aufgebaut.
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Ich habe mein Hinterrad umgebaut: 2 mm Speichen (von Sapim?), Poly-Ax-Nippel von Sapim, alle Speichen der Antriebsseite mit den Köpfen nach innen und an der linken Seite mit den Köpfen nach außen, aber keine Unterlegscheiben am Nabenflansch. Meine Bezugsquelle für die Speichen (ich habe sie nicht bei riese und müller gekauft) hatte keine 2,34 mm-Speichen mit 2 mm-Gewinde im Angebot, so dass ich mich für die durchgehend 2 mm starke Version entschieden habe. Auf die Unterlegscheiben habe ich verzichtet, da die Speichen recht gut am Flansch anliegen und meine Speichen bisher am Gewinde-Ansatz, nicht am Speichenkopf, gebrochen sind. Außerdem habe ich meine alte 24-Loch-Felge weiterverwendet. Bei dieser Gelegenheit habe ich meine defekte 4-Gang-Nabe gegen die 7-Gang-Version von Shimano ausgetauscht. Den Rapidfire-Schalthebel musste ich übrigens nicht austauschen: Er hat sieben Raster, die mit der 7-Gang-Nabe kompatibel sind.
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Die Vorderradbremsewar ursprüglich eine einfache Seitenzugbremse aus der "Exage"-Gruppe vom Marktführer Shimano. Der Bremszug ist in einem großen Bogen an der Vorderradgabel herunter und von unten an der Bremse ankommend verlegt, um die Faltbarkeit des Rades nicht zu beeinträchtigen. Der Wirkungsgrad der Bremse war daher nicht berauschend. Neuere Birdy-Modelle sind mit V-Bremsen ausgestattet, die wesentlich wirkungsvoller sind. Eine nachträgliche Umrüstung des Rades auf V-Bremsen kam nicht in Frage, da an der Gabel spezielle Sockel benötigt werden, die natürlich bei meinem Modell noch nicht vorhanden sind. Ich habe daher eine Seitenzugbremse aus der Gruppe "Shimano 105" genommen, die bis vor Kurzem an meinem Reiserad seinen Dienst tat. Diese Bremse ist mechanisch etwas anders aufgebaut: Sie besitzt nicht wie herkömmliche Seitenzugbremsen nur einen Drehpunkt in der Mitte, an dem die Bremse auch befestigt wird, sondern einen zusätzlichen zweiten, dezentralen Drehpunkt ("dual pivot", s.kleines Bild oben rechts. Der Wirkungsgrad dieser Bremse ist deutlich besser. Alternativ ist auch die Bremse aus der Gruppe RX 100 zu empfehlen, die den gleichen Aufbau hat, genau so gut bremst, eine andere Oberfläche besitzt und dafür etwas billiger ist.
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Inzwischen habe ich hydraulische Bremsen von Magura montiert. Dabei handelt es sich um eine alte Hydro-Stop-Mountain, die ich von einem nicht mehr existierenden Rad Baujahr 1994 "geerbt" habe. Mangels Cantilever-Sockeln an der Gabel habe ich für die Befestigung den dazu gehörenden Adapter verwendet, den es früher auch einzeln bei Magura gab. Er war leider zu lang und zu voluminös. Deshalb habe ich das Mittelstück herausgesägt und die verbleibenden Schenkel mit Schlauchschellen an der Gabel befestigt. Nicht sehr elegant, aber es hält. Den Bremsschlauch habe ich mit Kabelbindern an der Gabel fixiert. Jetzt habe ich keine Probleme mehr mit den Seitenzugbremsen. Die Fotos zeigen
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TracPearls - der bessere Bremszug?Der Bremszug der Vorderradbremse ist so verlegt, wie man normalerweise nie einen Bremszug verlegen würde: Der Zug führt vom Bremshebel kommend auf Höhe der Vorderradnabe einen 180°-Bogen, um dann von unten zur Bremse zu gelangen. Dieser Bogen ist nötig, um ein reibungsloses Falten zu ermöglichen. Dieser Bogen ist es aber auch, der der Bremse jeglichen Biss nimmt. Der Bremszug biegt und windet sich, wenn man am Hebel zieht. Man sieht förmlich, wie die Kraft im Bremszug ins Leere läuft. Dies ist bei der Seitenzugbremse, die beim Birdy bis etwa Mitte 1997 montiert wurde, noch deutlicher als bei der seitdem montierten V-Brake.
Für die Seitenzugbremse am Vorderrad in Kombination mit dem höhenverstellbaren Comfort-Vorbau habe ich 120 cm gemessen. Man benötigt also für den Bremszug ein Bremszug-Set und zwei Ergänzungssets. Das Bremszug-Set enthält 60 Perlen, 50 Hülsen und zusätzlich 15 kurze Hülsen, die für enge Bögen genutzt werden können. Ich habe diese kurzen Hülsen im Bereich des 180°-Bogens an der Gabel eingesetzt, weil dort beim Falten auch die höchste Flexibilität gefordert ist. Ich habe also 13 lange Hülsen, dann 15 kurze, dann wieder 60 lange Hülsen auf das Teflonröhrchen aufgezogen. Bei der 8. bis 10. Hülse habe ich ein Stück des mitgelieferten Schutzschlauches aufgezogen und dort den Zug dann mit einem Kabelbinder an der Gabel fixiert. Im Bereich der Drahtöhse, die den Zug direkt dem Faltgelenk fixiert, habe ich ebenfalls ein Stück diese Schlauches aufgezogen. Erwartungsgemäß hat sich die Bremswirkung der Vorderradbremse mit den Trac Pearls wesentlich verbessert. Die Handkraft kommt nun komplett abei der Bremse an und verpufft nicht mehr ungenutzt im Außenzug. Also: Empfehlung an alle, die mit der Bremse ihres Birdys nicht zufrieden sind! Leider währte die Freude nur bis zum nächsten Winter. Durch Streusalzeinfluss korrodierten die Aluminium-Teile derart, dass sie sich nach innen verengten und den Bremszug verklemmten. Beim Auseinandernehmen wurde der Teflon-Schlauch zerstört. Die Trac-Pearls sind also offenbar nicht winterfest und nur für Schönwetter-Räder geeignet.
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http://www.pdeleuw.de/fahrrad/birdy2.html - ausgedruckt am 07.09.2010