Erfahrungen mit einem Faltrad

8.000 km mit dem "Birdy"



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[Wozu ein Faltrad?] [Das "Birdy green"]
[Was sagt die Bahn AG dazu?] [Wie fährt sich das "Birdy"?]
[Modellpflege bei r-m: Das "neue" Birdy] [Fazit und Links]
[Umbauten und Anpassungen] [Liste gestohlener Falträder]
["Das Modul-Bike" - Das Buch zum Faltrad] [Faltrad-Webring]
[birdy-freunde: Tipps, Infos, Meinungsaustausch]  

 


Wozu ein Faltrad?

Auf diese Frage weiß jeder Faltradbesitzer (oder auch jeder, den man fragt) eine andere Antwort. Heute gebe ich eine andere Antwort, als ich sie gegeben hätte, als ich mein Faltrad beim Händler bestellt hatte. Ausschlaggebend für mich waren rein sachliche und praktische Aspekte: Mein Umzug in eine andere Stadt stand bevor und die damit verbundenen Anforderungen an meine Mobilität veränderten sich dadurch. Schließlich wollte ich mir kein Auto kaufen, aber irgendwie musste der Weg zum Bahnhof sowie alle Wege am Zielort bestritten werden. Alles mit dem Bus zu erledigen, war mir zu unflexibel.

Der Faltvorgang Das "Birdy green"
Klicken Sie auf diese kleine Animation, um den Faltvorgang vergrößert und ausführlicher zu sehen [141 kB]. ©Burley

Also stand für mich fest: Ein Faltrad muss her! Nur welches? Das Brompton war der Klassiker, das Bernds konnte mich vom Faltmechnismus nicht überzeugen, riese und müller hatten gerade auf der IFMA ihr neuestes Modell vorgestellt: das "Birdy green" mit Nabenschaltung und Keilriemenantrieb.
Ein kurzer Anruf beim Händler, Probefahrten, und die Entscheidung stand fest: Das "Birdy green" sollte es sein. Drei Wochen später war ich stolzer Besitzer des Faltrades.

Mit den altbekannten Klapprädern der 70er Jahre haben moderne Falträder nichts mehr gemein: Die Qualität der meisten heute angebotenen Falträder ist gut bis erstklassig, die Fahreigenschaften sind erstaunlich. Auch der Preis ist nicht vergleichbar: Waren Anfang der 70er Jahre Klappräder für unter 200 DM im Versandhandel zu haben, muss man heutzutage tiefer in die Tasche greifen. Man bekommt aber auch mehr Rad für sein Geld. Der Gebrauchsnutzen, die Robustheit und Handlichkeit sowie vor allem der Fahrspaß moderner Falträder ist wesentlich höher.

Ein Faltrad stellt immer einen Kompromiss zwischen Fahreigenschaften und Faltbarkeit, also Packmaß dar. Das optimale Faltrad lässt sich auf Rucksackgröße zusammenschrumpfen, wiegt nicht mehr als ein mittlerer Koffer und fährt sich wie ein konventionelles Rad. Leider lässt sich das Optimum nicht realisieren, so dass man sich vorher darüber klar sein muss, wofür und wie das Rad benutzt werden soll und wo die größeren Kompromisse gemacht werden können.

Für mich stand im Vordergrund, dass ich auch größere Strecken (rund 100 km) mit meinem Falter zurücklegen wollte, ein etwas größeres Packmaß wollte ich dafür hinnehmen.

Aus heutiger Sicht, nach mehreren 1.000 km auf einem Faltrad weiß ich: Ein Faltrad macht viel Spaß es macht aber auch abhängig: Wenn ich ohne mein "Birdy" in einen Zug steigen muss, bin ich traurig ...

 

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Das "Birdy green"

 

Der Riemenantrieb -

Das "Birdy" ist in mehreren Ausstattungsvarianten zu haben. Das erst auf der IFMA im Herbst 1996 vorgestellte "Birdy green" hat als herausragendes Merkmal den Zahnriemenantrieb. Im Gegensatz zu einer Kette ist er öl- und fettfrei und damit wartungsarm und sauber. Ein beim Faltrad nicht zu unterschätzender Vorteil! Ein Zahnriemen kann naturgemäß nicht mit einer Kettenschaltung kombiniert werden, daher war das Rad mit einer 4-Gang-Nabenschaltung mit Rücktrittbremse ausgestattet. Inzwischen liefert der Hersteller das Rad mit 7-Gang-Nabenschaltung und einem modifizierten Antrieb, der bei Nässe nicht mehr zum Durchrutschen neigt, aus. Der Zahnriemen ist sehr langlebig und als Ersatzteil für wenig Geld auch im Autozubehörhandel zu bekommen. Auf die Eigenschaften des Riemenantriebes gehe ich weiter unten noch näher ein.

 

Außerdem ist das Rad vorn und hinten gefedert und bietet so einen sehr guten Fahrkomfort. Das hintere Federelement kann ohne Werkzeug gegen ein härteres oder weicheres Elastomer ausgetauscht werden. Diverses Zubehör wie Tasche, Gepäckträger, Schutzbleche und Beleuchtung ist erhältlich. Das "Birdy" ist für Personen bis 1,95 m Körpergröße und einer Gesamtbelastung von 110 kg ausgelegt. Der Faltvorgang nimmt nur rund 15 Sekunden in Anspruch. Das Gewicht der Grundausstattung liegt bei rund 11 kg. Das Rad wird mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung geliefert, was für Fahrräder nicht gerade selbstverständlich ist.

- Die Federgabel

 

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Was sagt die Bahn AG dazu?

 

Das "Birdy green" gefaltet -

Inzwischen bin ich mit meinem "Birdy" unzählige Male mit InterCity, EuroCity, ICE und InterRegio gependelt und rund 8.00 km gefahren. Meine Erfahrungen mit der Bahn sind durchweg gut. In allen Zügen gab es bisher keine Probleme. Zusammengefaltet und in einer Tasche wird es als Reisegepäck akzeptiert und stößt des öfteren auf positives Interesse. Ablehnende Resonanz habe ich bis heute noch nicht erlebt. Der Faltvorgang selbst ist gut durchdacht, unkompliziert und läuft innerhalb weniger Sekunden ab.

 

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Wie fährt sich das "Birdy"?

 

Die Fahreigenschaften des Rades sind überzeugend: Durch die kleinen Laufräder ist das Fahrverhalten sehr agil aber nicht nervös. Die Federung sorgt für Komfort, so dass auch Feldwege sehr bequem gefahren werden können. Die Nabenschaltung im Verein mit dem Zahnriemenantrieb ist wartungsfrei und gleicht durch seine Übersetzung die kleinen Laufräder aus, so dass auch Geschwindigkeiten bis gut 20 km/h mit vernünftiger Trittfrequenz gefahren werden können. Der Riemenantrieb hat sich jedoch auf Dauer nicht als optimal erwiesen. Dazu jedoch später mehr.
Die Vorderradbremse ist bei meinem Modell noch als Seitenzugbremse ausgelegt und weist keine befriedigende Bremsleistung auf. Die aktuellen Modelle werden mit einer wesentlich wirkungsvolleren V-Brake ausgestattet.
Strecken bis über 100 km lassen sich ohne weiteres auf diesem Rad zurücklegen. Das Rad macht Spaß und ist durchaus mehr als nur ein Zweit- oder Drittrad "für Notfälle".

 

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Modellpflege   oder: Vom Riemen zur Kette

 

Der Hersteller riese und müller ist immer bestrebt, die "Birdy"-Modelle zu verbessern. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht praktische und sinnvolle Detail-Veränderungen durchgeführt werden. Die bisher auffälligste Veränderung in der gesamten "Birdy"-Serie war der Umstieg vom Riemanantrieb auf den Kettenantrieb beim "Birdy green".
Der Zahnriemenantrieb, der bei den neueren Modellen des "Birdy green" verwendet wurde, hatte eine Haltbarkeit von lediglich 500 km. riese und müller konnten beim Hersteller des Antriebes keine Verbesserung erreichen. Mangels Alternativen wurde daher die Montage des Riemenantriebes eingestellt. Die neuen "Birdy green" werden seither mit einem Kettenantrieb und 7-Gang-Nabe mit Rücktrittbremse ausgeliefert. Dadurch konnte - neben der Verbesserung der Haltbarkeit - auch die maximale Entfaltung erhöht werden. Dieser Antrieb ist - im Vergleich zu Kettenschaltungen - wartungsarm, aber nicht mehr wartungsfrei wie der Riemenantrieb. Die Ersatzteil-Versorgung für den Riemenantrieb ist nach Angaben des Herstellers gesichert. Ritzel und Hohlräder können jederzeit bei riese und müller bestellt werden.
Außerdem wird ein Umrüstsatz für ältere Modelle des "Birdy green" angeboten. Der allerdings sollte nach Angaben des Herstellers damals 280 DM ohne Montage (!) kosten. Die Umrüstung findet normalerweise beim Hersteller in Darmstadt statt.
Ich habe mein "Birdy" in Eigenregie umgebaut. Einzelheiten dazu sowie Hinweise zu anderen Modifikationen sowie kleineren Problemen am "Birdy" finden Sie auf der Seite "Umbauten und Anpassungen".

 

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Fazit und Links

 

Das "Birdy" ist für mich - in jeder Ausstattungsvariante - eines der besten Falträder auf dem Markt. Das für Pendler schlüssigste Konzept hatte das "Birdy green" mit seinem Riemenantrieb. Der konnte sich aber leider im Alltag nicht bewähren. riese und müller haben die Konsequenzen gezogen und sich vom auf Dauer davon getrennt und stattdessen die herkömmliche Kette eingesetzt. Schade eigentlich, denn das Konzept war überzeugend. Aber die neue Lösung ist mit Sicherheit die bessere, weil sie die Kunden längerfristig zufriedenstellt. Diejenigen, die ein "Birdy" mit Riemenantrieb erworben haben, sind allerdings recht schlecht bedient. Wenn sie einen zuverlässigen und haltbaren Antrieb haben wollen, müssen sie bei der Umrüstung noch einmal tief in die Tasche greifen.
So ist das "Birdy" - egal in welcher Ausstattungsvariante - ein sehr empfehlenswertes Fahrrad mit viel Fahrspaß und hohem Gebrauchswert.

Wenn Sie mehr über Falträder wissen wollen, empfehle ich Ihnen außerdem die Lektüre des Buches "Das Modul-Bike" von Gunnar Fehlau, Moby Dick Verlag Kiel 1997, 24,80 DM.

 

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© März 1999
Peter de Leuw PdL, , letzte Aktualisierung: 05.01.2016

http://www.pdeleuw.de/fahrrad/birdy.html - ausgedruckt am 26.07.2016